Denkt auch mal jemand an die Hermeline?

Heute Nacht, so sagen es die iPhone-Apps wie auch wetter.com und Konsorten, kratzen wir an der 0-Grad-Grenze. Das ist zum einen schweinekalt, zum anderen auch bedenklich – vor allem hinsichtlich der Tatsache, dass ich noch keine Winterreifen habe. Die sind allerdings bestellt und so teuer, dass ich mir dieses Jahr keinen neuen Pelzmantel aus handgemeuchelten, handgehäuteten, handgegerbten und von anderen Hermelinen in Handarbeit erstellten Hermelinpelzmantel werde kaufen können. Schande. Ich hoffe, der Rudel vorbestellter Hermeline wurde noch nicht handgemeuchelt. Wäre ja auch blöd, wenn da diese ganzen Hermelinleichen umsonst rumlägen, nur weil ich aufgrund der Winterreifen dieses Jahr keinen neuen Pelzmantel kaufen kann. Falls doch: sorry Hermeline…

Umckaloabo

Jeder hat so ziemlich sicher ein- bis zweimal im Jahr mehr oder weniger Husten. Meistens in den nasskalten Jahreszeiten wie Herbst und Winter. Manchmal ist dieser Husten etwas hartnäckiger und als bekämen die Leute eine Prämie, kommt dann jedes Mal erneut der immergleiche Tipp: Umckaloabo.

Gebraut aus Pelargonium-sidoides-Wurzeln liegt es geschmacklick zwischen Jägermeister und Fensterreiniger, wobei es farblich zu ersterem tendiert. Man müsste es mal mit Red Bull gemischt probieren; das wäre vielleicht ein Renner bei den nicht-alkoholischen Getränken (wobei es Ethanolhaltig und somit keineswegs alkoholfrei ist!).

Wie gesagt: jedes Jahr kommt aufs Neue der immergleiche Ratschlag doch mit Umckaloabo die Restviren ins Nirvana und mich in das Paradies des hustenfreien Lebens zu schicken. Jedes zweite Jahr lasse ich mich darauf ein und was soll ich sagen: …ich habe nicht die leiseste Ahnung, ob dieses Zeug hilft oder nicht. Es ist kein Medikamentenvorschlaghammer, die Wirkung entfaltet sich also nich adhoc. Darauf verweisen auch die Hohenpriester des Umckaloabo-Konsums. Es wirkt also langsam. Aber genau das ist das Problem: vielleicht wäre der Husten in der Zeit auch so weggegangen. Wer weiß das schon. Vielleicht ist es ein reiner Placebo-Effekt, vielleicht gar keiner, das einzig Gute an dem Ganzen: es hat auch so gut wie keine Nebenwirkungen. Theoretisch könnte ich mir, um farblich beim Thema zu bleiben, auch morgens, mittags und abends auch einen Löffel Maggi einpfeiffen. Der Husten ginge vielleicht auch weg und letztlich wäre es sogar günstiger. Umckaloabo kostet nämlich 9,50 Euro in der kleinsten Packungsgröße und das ist nicht wenig für die 18 x 30 Tropfen, die es voraussichtlich vorhält. In sechs Tagen sollte der Husten also gegessen sein (was eine eklige Vorstellung bei der Konsistenz des Auswurfs ist), sonst war das eine weitere Fehlinvestition, die sich aber nur alle zwei Jahre wiederholt. Nächstes Jahr verzichte ich nämlich wieder drauf.

In diesem Sinne: Hust.

Whoooosh

Ich bin Rechtshänder. Von Geburt an, oder zumindest soweit ich mich erinnern kann. Ich mache alles mit rechts, während meine linke Hand ein Schattendasein führt. Sie rächt sich daran durch eine ungemeine Grobmotorik. Wenn ich versuche etwas mit links zu machen, sieht das aus wie Frauenfußball. Aber obwohl ich Tennis– und Squashschläger in der rechten Hand halte, liegt die Schlagfläche eines Eishockeyschlägers bei mir auf der linken Seite auf. Ich weiß gar nicht, ob das die richtige Eishockeyschlägerhaltung für einen Rechtshänder ist, aber ich mache es nun mal so und es fühlt sich richtig an. Aufgrund der Tatsache, dass ein Golfschläger eine grundsätzlich ähnliche Form hat, würde ich den tendenziell auch links schlagen. Das ist aber ein schwerer Fauxpas. Die Golfwelt heult auf, die Experten kriegen graue Haare und selbst Tiger Woods wird blass. Der Rechtshänder schlägt bitteschön rechts. Es gibt Ausnahmen, aber das sind wenige und meistens auch keine nennenswerte Kaliber in der Golfwelt. Eine der Ausnahmen ist wohl eine große Nummer in der Szene, aber ich weiß spontan nicht mal wie der heißt (hoffentlich kommt diese Frage nie beim Jauch, wenn ich vorne sitze).

Vom Gefühl her und auch aufgrund einer spontanen Umfrage unter den Leuten, die ich im Supermarkt einfach mal darauf angesprochen habe tendiere ich also zu einem Linkshänderschläger. Man muss beim Kauf ja kein gerichtsverwertbares Papier unterschreiben, in dem man bestätigt auch tatsächlich Linkshänder zu sein. Nichtsdestotrotz bin ich aber auch offen für Expertenmeinungen. Also habe ich beides getestet: links und rechts und was soll ich sagen: läuft auf beiden Seiten bescheiden und anfühlen tut es sich auch beidseitig gleich: total ungewohnt. Wenn ich also quasi bei Null starte (oder drunter), kann ich ja gleich alles richtig machen und die laut Fachleuten richtige Seite ausarbeiten. Oder ich mache so weiter wie jetzt: den einen Schläger (Eisen) mit rechts, den anderen (Wedge) mit links. Das sollte die Experten dann final in den Wahnsinn treiben.

Panzerband

Die Garagen hier wurden in den Achtziger Jahren gebaut, einer Zeit also, in der man noch der festen Überzeugung war, dass Geländewagen auch zukünftig nur in tiefsten Wäldern, auf höchsten Bergen oder in kriegerischsten Kriegsgebieten (und da auch nur zum Leicheneinsammeln) zum Einsatz kämen und dass das Durchschnittsmaß des Durchschnittswagen eines Durchschnittsmenschen, der dort parken wird, sich in etwa auf Fiat Panda-Level bewegen wird. Wie so oft hat man sich auch hier geirrt.

Mit einem Geländewagen braucht man es erst gar nicht versuchen, ein Van ist auch chancenlos und wenn man auf der unteren Ebene parkt (wie beispielsweise ich), verbietet sich ein sportlich-tiefergelegtes Auto. Ideal wäre immer noch ein Fiat Panda, aber auch mit anderen Autos geht es so einigermaßen. Wenn man es dann ohne Aufsetzen, Andollern und Herumschrammen geschafft hat und der Wagen endlich – nicht zu weit vorne, nicht zu weit hinten sondern genau passend – in der Garage steht, kommt die nächste Hürde: das Öffnen des Kofferraums. Es empfiehlt sich, den Kofferraumdeckel auch nicht für den Hauch einer Sekunde aus den Fingern zu geben. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass er die neugefundene Freiheit erkennt, nutzt und sich auf die Reise nach oben begibt – wo ihn das sehr niedrig gehaltene obere Parkdeck erwartet. Schlecht für den Lack, schlecht für die Nerven und sehr schlecht für die Laune.

Nun ist das Festhalten eines Kofferraumdeckels grundsätzlich machbar, nur gestaltet sich das Be- oder Entladen des Wagens dann gegebenenfalls schwierig. Eine Tatsache, die die Industrie klar erkannt hat. Deshalb gibt es in Baumärkten Polsterungen, die eigentlich zur seitlichen Anbringung gedacht sind, aber auch auf der Unterseite  einer Parkfläche (hoffentlich) zweckdienlich sind. Diese Teile sind selbstklebend und wenn man die Schutzfolie abzieht, erkannt man auch sofort, welchen Ehrgeiz sie darin entwickeln. Ein, zwei Schichten Haut meiner Fingerkuppen dürften nun auf der Klebefolie sein. Dummerweise klebt das Zeug exzellent an Fingern und wahrscheinlich vielen anderen Dingen; nur nicht nicht an der Unterseite einer Parkfläche… Aber auch da sind Baumärkte die Heilsbringer vor dem Herrn und bieten in ihrem überaus breit gefächerten Sortiment: Panzerband. Eine graue, unscheinbare Rolle, bestehend aus Gewebeband und einem Klebstoff mit dem die Berliner Mauer heute noch stehen würde, hätte man die Steine damit statt mit billigem Beton aufgebaut.
Eben jenes Band ziert nun also den Parkflächenunterboden und die kofferraumdeckelschonende Polsterung. Ich kann allerdings nur hoffen, dass der Kofferraumdeckel da niemals dran kommt. Ansonsten, so meine Befürchtung, bleibt er dran hängen und ich werde ich nie wieder wegbekommen. Aber immerhin wäre er dann ohne Kratzer.

Der Heimwerkerkönig

Was ist ein Männerhaushalt ohne Werkzeugkoffer? Genau: gar nichts! Es gibt immer irgendwo was zu schrauben, drehen, fixieren, sägen, bohren, lochen, nageln (im handwerklichen Sinne, ihr Ferkel!) oder reparieren und dazu braucht es Werkzeug. Zum Beispiel, wenn man eine vollkommen unnötig in der Garage auf ca. zehn Zentimeter Höhe angebrachte Stange entfernen oder zumindest versetzen möchte. Diese Stange soll wohl das geparkte Fahrzeug daran hindern, auf die Wand aufzufahren, indem sie sich den rollenden Reifen in den Weg stellt und eine weiteres Nähern der Räder und somit des Wagens im Gesamten verhindert. Bisher hat mich diese Stange nicht weiter gestört; meine Vorderräder kamen nie mit ihr in Kontakt. Nun ist der neue Wagen aber eine Spur länger, ergo muss ich weiter in die Parkbucht einfahren und somit rückt diese Stange bedenklich nahe – leider nicht den Rädern, sondern schon diesen Plastikstutzen unten (ich vermeide das Wort “Spoiler”, wie man vielleicht merkt). Das ist nicht gut, denkt sich da der gewitzte Parker und desweiteren denkt er: muss man versetzen, diese unnötige Stange. Gesagt, getan. Theoretisch. Praktisch bedarf es dafür aber Werkzeug und selbiges war nicht im Haus. Dafür aber zwei Baumärkte in relativer Nähe. Bei dem einen ist immer alles zwanzig Prozent günstiger, aber was hätte ich mich geärgert, wenn alles zwanzig Prozent günstiger gewesen wäre, außer …Werkzeug. Also auf zum anderen, der praktischerweise noch direkt neben meinem Zahnarzt beheimatet ist und mir somit gleich noch ein schlechtes Gewissen beschert hat, weil ich da dringend mal wieder hin müsste.

Man sollte meinen, dass die Auswahl an Werkzeugkisten und -koffern in so einem Fachmarkt exorbitant ist. Ist sie aber nicht. Es gab zwei Koffer und eine Kiste, für die man allerdings noch einen LKW für den Heimtransport hätte anmieten müssen. Also ein Koffer und zwar das günstigere Modell, gefertigt von chinesischen Meistern des Werkzeugbaus. Für die paar Mal, wo ich sowas brauche, reicht es vollkommen.
Zuhause angekommen gings gleich ans Werk. Mit fachmännischem Blick erkannte ich, dass bei der anstehenden Aufgabe ein Schraubenschlüssel zum Einsatz kommen würde und zwar der Größe 15! Oder 13! Jedenfalls einer zwischen einem hohen einstelligen und niedrigen zweistelligen Wert, aber klar unter 20. Es war 14.
Zum Versetzen der Reifenaufhaltestange muss man vier Muttern lösen; zwei auf jeder Seite. Das klingt einfacher, als es ist ,denn diese Garage ist alt. Sehr alt. Und die Muttern dürften seit der Erstmontage nie wieder auch nur einen Millimeter bewegt worden sein. Der Rost vieler Jahrzehnte gepaart mit dem klebrigen Speichel einiger Mardergenerationen haben Schrauben und Muttern derart verschmolzen, dass keine Kraft der Welt sie je wieder trennen könnte. Schon gar nicht das Billigwerkzeug aus China.

Somit habe ich jetzt also einen chinesischen Werkzeugkoffer, vier immer noch festsitzende Muttern und eine Stange, die sich um keinen Deut bewegt hat. Dafür aber das Wissen, dass ich gar nicht so dicht an die Wand fahren muss, damit mein Auto weit genug in der Parkbucht ist und der Nachbar die Garage zu seinem Wagen umschwenken kann (was er ohnehin so gut wie nie tut).

Demnächst will ich mal den Kasten vom Rolladen aufschreiben, weil der etwas klemmt (der Rolladen, nicht der Kasten). Bin gespannt, was das Schicksal dann für mich bereit hält.

Funkwellenschäden

Mein neuer Autoschlüssel ist großartig: man muss denn nirgends mehr reinstecken oder irgendwelche Knöpfe drücken; das Auto und der Schlüssel stehen in Kommunikation (müsste dann wohl eigentlich die Auto und die Schlüssel heißen – wer kommuniziert mehr als Frauen…) und somit entriegelt sich der Wagen, wenn man den Türgriff umschließt oder den Kofferraumdeckel anhebt. Tolle Sache.

Damit die, äh der Schlüssel und das Auto kommunizieren können, muss aber ein gewissen Kontakt bestehen und da beide weder hören noch sprechen können, wird das wohl über irgendwelche Funkwellen geschehen. Soweit, so gut. Funkwellen mögen nützlich sein, aber man liest ja immer wieder, dass sie dem menschlichen Körper eventuell auch schaden. So ganz genau weiß das keiner, aber wenn man dauerhandytelefonierende Menschen mal über einen gewissen Zeitraum beobachtet und ihnen zuhört, könnte an der schädlichen Auswirkung von Handystrahlen auf das Gehirn durchaus was dran sein. Fazit: Funkwellen sind super, aber vielleicht nicht unbedingt für den Menschen im physikalischen Sinne.

Jetzt kommt das Heikle: wo hat man einen Schlüssel üblicherweise, wenn man unterwegs ist? Speziell bei Temperaturen, wo man noch nicht unbedingt mit Jacke unterwegs ist? Genau!

Da ist nun also dieser funkwellenschleudernde Schlüssel und nicht weit entfernt von seinem Aufbewahrungsort… man darf da gar nicht drüber nachdenken…

Matricaria chamomilla

Die Kamille (Matricaria chamomilla) ist bestimmt eine ganz tolle Pflanze, aber nach gefühlten (und wahrscheinlich auch tatsächlichen) vier Litern Tee dieser Sorte, hängt sie mir ellenlang aus dem Hals. Wahrscheinlich sind die ursprünglichen Magen-Darm-Krämpfe schon längst weg und mein Körper rebelliert mit neuen Krämpfen gegen die andauernde Teezufuhr.
Wenn man zeitgleich Extremschonkost (= nichts essen) dazu betreibt, hat man die meiste Zeit einen muffigen Geschmack im Mund; ein Geschmack der in etwa dem entspricht, wie die Zimmer von alten Leuten riechen. Um das Ganze mal positiv zu sehen: ich rede mir ein, dass die Frequenz der Wehen Krämpfe abnimmt, die schmerzfreie Zeit zwischen zwei dieser stechenden Schmerzattacken sich vergrößert. Das wäre dann ja wenigstens ein Erfolg. Ob dem tatsächlich so ist, wird sich spätestens morgen früh zeigen. Heute morgen dachte ich nämlich auch, das wäre überstanden, aber frisch geduscht, die Autoschlüssel schon in der Hand, kam so ein hinterhältiger Krampfanfall und legte mich lahm. Andererseits kann ich morgen auch mal krampfend ins Büro. Die Kollegen freuen sich bestimmt, wenn ich ihnen die Ohren volljammere auch aussehe wie Jesus beim Nageln. Und Kamillentee kann ich auch dort trinken. Da sind sogar die Kannen größer und ich muss nicht so oft Wasser abkochen.

Managementstrategien

Eine Weisheit der Dakota-Indianer sagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab“! Doch im Berufsleben versuchen wir oft andere Strategien, nach denen wir in dieser Situation handeln:

1. Wir besorgen eine stärkere Peitsche.
2. Wir wechseln die Reiter.
3. Wir sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten“.
4. Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
5. Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
6. Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
7. Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
8. Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
9. Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
10. Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
11. Wir erklären: Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.
12. Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
13. Wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist.
14. Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
15. Wir richten einen unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.

Dentalhygiene

Die Dame beim Zahnarzt erklärt mir die verschiedenen Zahnputzmöglichkeiten, so auch die Möglichkeiten, die moderne Hightech-Zahnputzsysteme aus den Wunderschmieden der Elektronikkonzerne so bieten. Sie selbst benutze ja eine solche und da sie wirklich schöne Zähne hat, bin ich mir sicher, dass diese Dinger richtig gut sind. Allerdings auch teuer. Eine der Maschinen, die sie mir aufschrieb kostet sage und schreibe 150 Euro! Das sind 300 Mark (bei solchen Anschaffungen rechnet man ja gerne noch um)! Für eine Zahnbürste mit Batterie. Für den Preis sollte sie wenigstens atomgetrieben sein, aber nein, ist sie nicht. Andererseits muss man nur dran vorbeigehen und schon löst sich Zahnbelag wie von selbst auf und die Bakterien begehen Massenselbstmord. Außer die für die natürlich Mundflora (oder wars fauna?) wichtigen natürlich. Und noch dazu kann die Maschine nicht nur die Zähne sondern auch sich selbst reinigen. Fragen Sie mich nicht wie; sie macht es. Wahrscheinlich ist tief im Inneren der Apparatur nochmal das gleiche Wunderwerk der Technik in klein, das die große Maschine pflegt. Keine Ahnung.

Nichtsdestotrotz müssen die Beisserchen vorerst mit einer manuellen Zahnbürste vorlieb nehmen. Dafür bekommen sie Extrastreicheleinheiten von einem langen Zahnseidefaden …und werden täglich von edelstem Automatenkaffee warm umspült. Die sollen mal nicht meckern.

Unköniglicher Kunde

Wenn man sich anschaut, wie es in Deutschlands Geschäften abläuft, braucht man sich nicht wundern, dass die Wirtschaft nicht wirklich gut dasteht. Ich hatte in der letzten Zeit die zweifelhafte Ehre in zwei Läden Gast zu sein, die beiden ein Heidengeld an mir verdient haben. Der Service war beides mal unterirdisch. “Gehense doch woanders hin” heißt es dann immer. Aber zum einen ist woanders tatsächlich ganz woanders, was es nicht wirklich einfacher macht. Zum anderen bin ich mir fast sicher, dass es dort nicht unbedingt besser wäre.

Mittlerweile ist man ja soweit, dass man sowas zähneknirschend hinnimmt, wohl wissend, dass meckern auch nicht wirklich hilft, sondern nur den Blutdruck unnötig an die Grenze des gesundheitlich Vertretbaren treibt. Das ist ein Armutszeugnis für den deutschen Handel! Kunden geben sich zufrieden anstatt zufrieden zu sein.

Witzigerweise überleben diese Läden. Bei dem einen weiß ich sogar wieso: den umliegenden Firmen geht es noch nicht schlecht genug; sie buttern immer noch genug in diese miese Butze und die verdienen sich dumm und dämlich. Klar wird bei diesen Firmenkunden nicht am Service gespart, aber wehe man kommt nicht von der Firma mit den drei Buchstaben. Ist ein bisschen blauäugig, denn irgendwann haben auch diese Verträge mal ein Ende und irgendein Controller entscheidet, dass fortan die Firma mit den drei Buchstaben auch nur noch Firmenwagen vom Autohersteller mit den drei Buchstaben nehmen wird. Da geht den Ringen des anderen Herstellers, bzw. dem gemeinten Händler aber ganz schön schnell die Luft aus und schwupp muss man sich wieder an die Leute ranwanzen, die man vorher leichtfertig verkrault hat.

Warum der andere Laden noch immer da ist und das nach Jahrzehnten weiß ich nicht. Am Chef kanns nicht liegen.